Drei Fragen an Steffen Arlt, Media Designer bei FUSE
Als Media Designer bin in jeder Phase der Filmproduktion beteiligt, vom Storyboard über Drehplanung und Kamera bis hin zum Schnitt. Heute beantworte ich drei Fragen, die mir oft gestellt werden.
Welche Aspekte sind wichtig für einen erfolgreichen Film-Dreh?
Diese drei Dinge sind für mich ausschlaggebend:
Die intensive Kommunikation und genaue Absprache mit dem Kunden über seine Wünsche und Ziele sowie unsere Ideen dazu. Bei der Übersetzung von Kundenwünschen in ein packendes Video spielt unsere Erfahrung eine große Rolle. Dieser Prozess des gegenseitigen Verstehens am Anfang ist meiner Erfahrung nach entscheidend.
Die genaue Planung des Ablaufs beim Dreh im Vorfeld ist für jedes Projekt zentral, ob Eventreportage, Testimonialvideo oder Promotionfilm. Das heißt, wir beschäftigen uns detailliert mit der Branche und dem Thema, den Gegebenheiten vor Ort, sei es drinnen oder draußen, und mit den Menschen, die im Film vorkommen. Der Drehplan ist das Herzstück des fertigen Films.
Und vor allem kommt es auf das Team an. Das steht am Filmset oft vor unvorhergesehenen Situationen: Ein Testimonial trägt unpassende Kleidung, der geplante Drehort hat plötzlich neue Deckenlampen, ein technisches Gerät gibt spontan seinen Geist auf. Als erfahrenes Team können wir auf der Basis unseres Wissens und des mitgebrachten Equipments eigentlich immer geniale Lösungen improvisieren.
Wie entscheidest du, welche Szenen oder Takes es letztendlich in den finalen Schnitt schaffen?
Takes wird auf der Filmklappe vermerkt und zu Beginn jeder Aufnahme ins Bild gehalten.
Über die Takes wird vor Ort eine Liste erstellt, der sogenannte Cutter-Bericht. Hier können die Takes kommentiert und bewertet werden, sodass ich beim Schnitt nur die besten Takes ansehen muss. Diese Vorarbeit erspart mir viel Zeit bei der Sichtung.
Bei der Auswahl von Interviewszenen sind neben dem Inhalt auch Mimik und Gestik entscheidend. Die Interviewten müssen auf jeden Fall kompetent, authentisch und sympathisch rüberkommen.
Inwiefern beeinflusst deine Arbeit als Editor die Emotionen und die Spannung eines Films? Hast du Beispiele, wo du durch Schnitt eine Szene deutlich verändert hast?
Die Montage eines Films läuft selten linear ab. Szenen werden nicht in der Reihenfolge gedreht, in der sie im finalen Film genutzt werden. Dies gibt mir die Möglichkeit, mit den gedrehten Szenen einen ganz neuen Spannungsbogen aufzubauen. Wichtig ist natürlich, dass Kernaussagen bestehen bleiben. Als Editor will ich eine Story erzählen, halte mich aber an die Fakten.
Musik und Soundeffekte sind ebenfalls wichtige Träger von Emotionen. Mir fällt da ein Film ein, den wir zur Eröffnung eines Kongresses gemacht haben: ein Porträt über einen Arzt. In der ersten Sequenz fährt er mit dem Fahrrad durch die frische Morgenluft zur Klinik. Durch klassische Musik bekommt das Ganze eine gewisse Erhabenheit, was gut zu dem Video passt.